Was ist Diabetes?

Diabetes tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder kein Insulin bildet, oder wenn sie zwar Insulin bildet, der Körper diesem gegenüber aber resistent ist. Insulin ist das Hormon, das die Verwertung von Glukose (Zucker) als Energiequelle des Körpers in den Geweben unterstützt. Ohne eine adäquate Insulinzufuhr kann ein Diabetiker den Blutzuckerspiegel nicht im Gleichgewicht halten. Eine schlechte Blutzuckereinstellung kann sowohl Hyperglykämien (überhöhte Blutzuckerspiegel) als auch Hypoglykämien (zu niedrige Blutzuckerspiegel) verursachen. Hyperglykämien können Folgeerkrankungen wie Erblindung, Nierenversagen oder Amputationen nach sich ziehen. Hypoglykämien können, wenn sie falsch behandelt werden, zum Koma oder Tod führen. Darüber hinaus ist Diabetes eine häufige Ursache von Impotenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die häufigsten Formen von Diabetes sind Typ-1 Diabetes und Typ-2 Diabetes.
  • Typ-1 Diabetes: Beim Typ-1 Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse kein Insulin. Typ-1 Diabetes gilt häufig als Erkrankung, die in der Kindheit auftritt. Hierbei greift der Körper die eigenen Insulin produzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Ein Patient mit dieser Erkrankung ist nur überlebensfähig, wenn er täglich über Injektionen oder eine Pumpe Insulin zuführt. Etwa eine halbe Millionen Deutsche haben Typ-1 Diabetes (ca. 8 Prozent der Diabetiker in Schweiz und ca. 50.000 Patienten in Österreich).
  • Typ-2 Diabetes: Ein Typ-2-Diabetes liegt vor, wenn der Körper nicht in der Lage ist, genug Insulin zu bilden oder das Insulin angemessen einzusetzen. Schätzungsweise 6 Millionen Deutsche haben Typ-2 Diabetes (ca. 90 Prozent der Diabetiker in Schweiz und ca. 500.000 Patienten in Österreich). Adipositas und Gewichtzunahme gehen mit einem erhöhten Risiko von Typ-2 Diabetes einher. Typ-2 Diabetes ist häufig durch Diät, Bewegung und orale Medikamente in den Griff zu bekommen. Er kann auch mit Insulin behandelt werden.
  • Gestationsdiabetes: Gestationsdiabetes tritt nur in der Schwangerschaft auf. Wie der Typ-2-Diabetes ist auch der Gestationsdiabetes eine Stoffwechselstörung, die entsteht, wenn der Körper nicht mehr genug Insulin produzieren oder verarbeiten kann. Doch im Gegensatz zu anderen Formen von Diabetes ist der Gestationsdiabetes von vorübergehender Natur. Er verschwindet meist nach der Niederkunft. Allerdings tragen Frauen mit Gestationsdiabetes ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes im späteren Leben, weshalb sie ebenfalls die Empfehlungen zur Krankheitsvorbeugung beachten sollten.