Skip to main content

Soziale Medien: Hilfreich oder hinderlich beim Diabetes-Management?

« WeCare Blog | März 9, 2021 |
Lifestyle
Social Media

Sind soziale Medien in erster Linie ein Weg, um sich mit anderen Betroffenen freundschaftlich auszutauschen und wertvolle Tipps zu erhalten, oder liefern sie nicht doch eher Falschinformationen garniert mit Ernährungsempfehlungen, bei denen Sie einfach nur ausrufen möchten: „So einfach ist es nun wirklich nicht!“ 

Es prasseln unendliche viele Informationen auf uns ein, die eher verwirren als zur Klarheit beizutragen. Wie erkennen wir, was richtig und was falsch ist? Die sozialen Medien sind ein doppelschneidiges Schwert: Sie können sehr hilfreich sein, sind aber auch mit Risiken verbunden. Richtig und mit wachsamem Blick genutzt, sind sie eine Quelle hilfreicher Tipps und ermöglichen sogar Freundschaften. 

Bleiben Sie offen, aber stets wachsam und kritisch

Bei Ihrer Suche nach Informationen zum Umgang mit dem Diabetes ist entscheidend, woher die Informationen stammen, auf die Sie stoßen. Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter bieten eine Fülle an Beiträgen zum Diabetes-Management - Ratschläge und Meinungen bis hin zu Erfahrungsberichten und neuesten Trendthemen. Aber wie findet man in diesem Wirrwarr die wertvollen Informationen, die wirklich nützen? Wenn Sie das nächste Mal einen dieser Kanäle nutzen, denken Sie an drei Dinge:

  1. In diesen Foren können alle fast alles schreiben. Nutzen Sie daher bekannte und vertrauenswürdige Seiten, Foren und Gemeinschaften mit moderierten Inhalten, so dass nur verlässliche Informationen gepostet werden. 

  2. Achten Sie wie immer im Internet darauf, nichts zu Persönliches preiszugeben. 

  3. Ganz gleich, wie glaubwürdig Ihnen die Informationen erscheinen: Sie können niemals die Empfehlungen ersetzen, die Sie von Ihrem Diabetes-Team bekommen. 

Trotz dieser Vorsichtshinweise gilt: Die sozialen Medien bieten reichlich Möglichkeiten, sich besser und weniger allein zu fühlen. 

Netzwerken und das Allein-sein bekämpfen

Wenn Sie sich durch Beiträge in sozialen Medien scrollen, finden Sie vielleicht die Informationen, die Sie suchen, aber gegen das Gefühl der hilft das oft nicht. Suchen Sie sich Online-Gruppen, die Ihre Werte teilen, offen sind und in denen ehrliche Gespräche geführt werden. Um wirklich von sozialen Medien zu profitieren und gegen die Einsamkeit anzugehen, versuchen Sie selbst aktiv zu werden. Teilen Sie Ihre Gedanken mit anderen, regen Sie zu Diskussionen an und bauen Sie sich ein Netz aus Kontakten auf. 

Selbsthilfegruppen aufbauen

Viele nutzen soziale Medien nicht nur, um Tipps zum Umgang mit dem Diabetes zu bekommen oder sich auszutauschen, sondern auch, um sich Unterstützung für andere Anliegen zu holen. Beispielsweise gibt es Gruppenprogramme zum Sport, oder auch einfach die Online-Unterstützung durch Gleichgesinnte, die nicht nur motivieren und inspirieren, sondern auch Tipps speziell für mögliche  Probleme mit dem Blutzuckerspiegel beim Sport und anderen Aktivitäten.  

Selber gründlich informieren 

Jeden Tag wird auf den Kanälen der sozialen Medien eine Fülle an Informationen veröffentlicht. Meist sind diese grafisch ansprechend aufbereitet und eingängig, aber das heißt nicht, dass sie auch immer den Tatsachen entsprechen. Informieren Sie sich daher stets gründlich und suchen Sie nach unabhängigen Quellen, die einzelne Aussagen belegen. Bevor Sie sich Sorgen machen oder aufgrund neuer Informationen handeln, sollten Sie diese zuerst an anderer Stelle überprüfen und mit Ihrem Diabetes-Team besprechen. 

Niemand ist perfekt - auch wenn es so aussieht 

In den sozialen Medien werden oft „perfekte“ Fotos geteilt, die die Wirklichkeit verzerren und auf die Sie immer mit einer gesunden Skepsis schauen sollten. Tolle Fotos von gutaussehenden Menschen und attraktiven Umgebungen könnten Ihnen vorgaukeln, Sie wären nicht gut genug (was völlig falsch ist: Sie sind mehr als gut genug!) oder Ihrem Leben fehle etwas Wichtiges.  Denken Sie immer daran: Solche Fotos zeigen in der Regel ganz besondere Momente im Leben derer, die sie teilen. Außerdem werden sie oft mit Filtern und anderer Bildbearbeitungssoftware geglättet und geschönt, so dass sie nicht ganz der Wirklichkeit entsprechen. 

Bleiben Sie freundlich und suchen Sie den Austausch

Achten Sie darauf, keine negativen Kommentare zu posten und pflegen Sie eine positive Einstellung. Wahrscheinlich stoßen Sie früher oder später auf die berüchtigten Internet-Trolle, die andere provozieren und beleidigen. Versuchen Sie, diesen keine Aufmerksamkeit zu schenken. Konzentrieren Sie sich lieber auf Informationen, die Sie wirklich weiterbringen. Achten Sie auch bei Ihren eigenen Beiträgen sorgfältig auf Ihre Wortwahl, damit Sie andere nicht versehentlich verletzen. Am einfachsten stellen Sie sich vor, dass Sie von Angesicht zu Angesicht mit Ihrem Gegenüber sprechen: Drücken Sie sich klar aus? Könnte Ihre Wortwahl beleidigend sein?  


Bei richtiger Nutzung der sozialen Medien können Sie darüber Kontakte knüpfen, Freundschaften aufbauen und hilfreiche Informationen zum Umgang mit Ihrem Diabetes finden. Diese eröffnen neue Chancen können Ihnen gegen das Allein-sein helfen, Sie stärken und in Ihrem Leben mit Diabetes unterstützen.

Referenz 

1.    Malik FS, Panlasigui N, Gritton J, Gill H, Yi-Frazier JP, Moreno MA. Adolescent Perspectives on the Use of Social Media to Support Type 1 Diabetes Management: Focus Group Study. J Med Internet Res. 2019;21(6):12149.

Folgen Sie uns in den sozialen Medien

Wenn wir schon dabei sind: Hatten Sie bereits Gelegenheit, unsere Facebook-Seite, unseren Instagram-Account und unseren YouTube-Kanal zu besuchen? Werden Sie Teil unserer tollen Online-Gemeinschaft, in der alles vom Essen über Sport bis hin zur Diabetes-Technologie und Blutzuckerwerten diskutiert wird. Alle unsere Beiträge stützen sich auf Studien und Forschungsergebnisse, und unsere Administratoren achten darauf, dass Sie nur verlässliche Informationen zu sehen bekommen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!